AliExpress für Amazon FBA Arbitrage: Reseller-Guide 2026
AliExpress als Quelle für Amazon FBA Arbitrage: CE, EORI, EUSt, Margenkalkulation und beste Kategorien für deutsche Reseller.
AliExpress für Amazon FBA Arbitrage: Der Reseller-Guide
AliExpress als Beschaffungsquelle für Amazon FBA klingt für viele Einsteiger nach dem perfekten Geschäftsmodell: günstig in China einkaufen, in Deutschland mit Marge weiterverkaufen, Logistik und Versand komplett an Amazon abgeben. In der Praxis ist das Modell betriebswirtschaftlich machbar, aber mit deutlich mehr Pflichten verbunden, als viele YouTube-Coaches suggerieren. Dieser Guide zeigt nüchtern, wie du als deutscher FBA-Seller AliExpress sinnvoll als Lieferantenquelle nutzt — von der Margenkalkulation über CE-Kennzeichnung und EORI-Nummer bis zu den realistischen Risiken bei Markenrechten und Zoll.
Dieser Artikel ist eine pragmatische Einführung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Für deine konkrete Situation solltest du einen Steuerberater und gegebenenfalls einen Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz konsultieren.
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Wie das Modell AliExpress-zu-Amazon FBA funktioniert
Beim FBA-Arbitrage-Modell mit AliExpress kaufst du Produkte als Händler ein, lässt sie nach Deutschland importieren, schickst sie an ein Amazon-FBA-Lager und verkaufst sie auf Amazon.de oder im paneuropäischen Marketplace. Der Unterschied zum klassischen Dropshipping: Du gehst in Vorleistung, hältst kurzzeitig Ware in deinem Bestand und übernimmst damit die volle Verantwortung als Inverkehrbringer.
Der typische Ablauf sieht so aus:
- Produktrecherche: Lukratives Produkt mit ausreichender Nachfrage auf Amazon identifizieren
- Sourcing auf AliExpress: Lieferant finden, Muster bestellen, Qualität prüfen
- Mengenbestellung: 50–500 Einheiten ordern, je nach Risikobereitschaft
- Import nach Deutschland: Zollabwicklung, EUSt, ggf. Zollagent
- Vorbereitung für FBA: Etiketten, FBA-Konformität, Verpackung
- Versand ans FBA-Lager: Über Amazon-Partnercarrier
- Verkauf auf Amazon: Amazon übernimmt Pick, Pack, Ship und Retouren
Der Reiz liegt in der Skalierbarkeit: Sobald die Ware im FBA-Lager ist, läuft das Geschäft 24/7 ohne weiteres Zutun. Der Haken: Die Vorfinanzierung, die Importpflichten und die Gewährleistung sitzen komplett bei dir.
Abgrenzung zum klassischen Dropshipping
Wenn du ohne eigenen Lagerbestand arbeiten willst, ist das eher klassisches AliExpress-Dropshipping — mit eigenem Shopify-Shop und langen Lieferzeiten. FBA-Arbitrage ist die "professionellere" Variante: höheres Kapital, kürzere Lieferzeiten für den Endkunden, höhere Margen pro Verkauf, aber auch mehr regulatorische Pflichten.
Rechtliche Anforderungen in Deutschland
Das ist der unangenehme, aber wichtigste Teil. Wer aus China importiert und in Deutschland weiterverkauft, gilt rechtlich als Inverkehrbringer und übernimmt damit Pflichten, die der chinesische Hersteller nie haben würde.
Gewerbeanmeldung und Steuern
- Gewerbeschein: Anmeldung beim örtlichen Gewerbeamt (20–65 €). FBA-Arbitrage ist kein Hobby — sobald du regelmäßig mit Gewinnerzielungsabsicht handelst, brauchst du ein Gewerbe.
- Steuernummer und USt-IdNr.: Beim Finanzamt beantragen. Die USt-IdNr. brauchst du spätestens, wenn du paneuropäisches FBA nutzt.
- Kleinunternehmerregelung nach § 22 UStG: Bis 22.000 € Vorjahresumsatz möglich, aber für FBA-Arbitrage meist ungeeignet — du kannst dann die EUSt nicht als Vorsteuer ziehen, was deine Marge kaputtmacht. Steuerberater fragen, ob Regelbesteuerung sinnvoller ist.
- Verpackungslizenz (LUCID/ZSVR): Pflicht für jeden, der verpackte Ware in Verkehr bringt.
- OSS-Verfahren: Für grenzüberschreitenden Versand innerhalb der EU.
EORI-Nummer und Importpflichten
Die EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification) ist Pflicht, sobald du Ware aus einem Drittland (also China) importierst. Sie wird kostenlos vom Zoll vergeben — Antrag online beim Generalzolldirektorat. Ohne EORI kein Zollabwicklung, ohne Zollabwicklung keine Ware in Deutschland. Plane 1–2 Wochen Bearbeitungszeit ein.
Bei der Einfuhr fällt die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) in Höhe von 19 % an, berechnet auf den Warenwert plus Versandkosten plus eventuelle Zölle. Die EUSt kannst du als Regelbesteuerter als Vorsteuer geltend machen, sie ist also kein finaler Kostenfaktor — aber sie blockiert kurzfristig Liquidität.
Detaillierte Infos zu Zoll und Einfuhr findest du in unserem AliExpress Zoll Guide.
CE-Kennzeichnung und Produkthaftung
Hier scheitern die meisten Hobby-Arbitrageure. Viele Produktkategorien benötigen eine CE-Kennzeichnung — bei Elektronik, Spielzeug, Maschinen, Kosmetik (eigene Verordnung), persönlicher Schutzausrüstung und vielen weiteren Bereichen. Als Importeur musst du:
- Sicherstellen, dass das Produkt die relevanten EU-Richtlinien erfüllt (z. B. EMV, RoHS, Niederspannung, Spielzeugrichtlinie)
- Eine Konformitätserklärung vom Hersteller anfordern (nicht nur ein Datenblatt)
- Bei vielen Produkten technische Dokumentation vorhalten und auf Anfrage vorlegen
- Verantwortliche Person mit EU-Adresse benennen — seit GPSR (Verordnung (EU) 2023/988) Pflicht für Verbraucherprodukte
Das Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG) macht dich als Importeur einem Hersteller gleichgestellt — für jeden Schaden durch ein fehlerhaftes Produkt haftest du persönlich. Eine Produkthaftpflicht-Versicherung ist faktisch unverzichtbar (300–800 € pro Jahr für kleine FBA-Seller).
Wer hier schludert, riskiert nicht nur Abmahnungen durch Wettbewerber und Verbraucherzentralen, sondern im schlimmsten Fall persönliche Haftung bei Personenschäden. Sicher gestellte Ware durch den Zoll oder die Marktüberwachung kommt obendrauf.
Margen-Kalkulation Schritt für Schritt
Die Frage, ob sich AliExpress-zu-FBA für ein konkretes Produkt rechnet, beantwortet eine saubere Kalkulation. Viele Einsteiger vergessen Positionen wie EUSt-Liquidität, Retourenquote oder PPC-Kosten und wundern sich später über Verlust trotz "30 % Aufschlag".
Beispielrechnung: Küchengadget zu 24,99 € auf Amazon
| Position | Betrag | Anmerkung | |---|---|---| | Verkaufspreis Amazon (brutto) | 24,99 € | Inkl. 19 % USt | | – USt 19 % | -3,99 € | Wird ans Finanzamt abgeführt | | Nettoerlös | 21,00 € | | | – Amazon Provision 15 % auf brutto | -3,75 € | Standard-Kategorie | | – FBA-Gebühr (Standard, klein) | -3,40 € | Pick, Pack, Versand | | – Lagergebühr (anteilig) | -0,15 € | Ø 30 Tage Lagerung | | – PPC-Kosten | -2,50 € | Ca. 12 % auf Verkaufspreis | | – Retourenrückstellung 5 % | -1,05 € | Erfahrungswert Konsumgüter | | Erlös nach Amazon-Kosten | 10,15 € | | | – EK auf AliExpress | -3,80 € | Stückpreis bei MOQ 100 | | – Versand AliExpress→DE (anteilig) | -1,20 € | Seefracht via Spedition | | – Zollabwicklung (anteilig) | -0,30 € | | | – FBA-Etikett & Vorbereitung | -0,15 € | | | Nettomarge pro Verkauf | 4,70 € | Ca. 18,8 % auf brutto |
EUSt 19 % auf den EK fällt bei der Einfuhr an, ist aber Vorsteuer und damit netto neutral — sie blockiert nur Liquidität. Ein realistisches Margenziel liegt bei 15–25 % auf den Verkaufspreis nach allen Kosten. Alles unter 10 % ist riskant, alles über 30 % entweder ein Volltreffer oder ein Kalkulationsfehler.
Welche FBA-Gebühren typischerweise anfallen
| Kategorie | Provision Amazon | FBA-Gebühr klein | FBA-Gebühr Standard | |---|---|---|---| | Konsumelektronik | 7–8 % | ab 2,90 € | 3,40–4,50 € | | Haushalt & Küche | 15 % | 2,90 € | 3,40 € | | Bekleidung | 17 % | 3,20 € | 4,10 € | | Spielzeug | 15 % | 2,90 € | 3,40 € | | Beauty | 15 % (>10 €) | 2,90 € | 3,40 € |
Werte gerundet, Stand 2026 — aktuelle Sätze immer im Seller Central prüfen.
Pricafy als Margen-Schutz
Eine versteckte Margenfalle bei AliExpress: Lieferanten erhöhen den Listenpreis still und leise und kompensieren mit "Sale-Inflation" — der durchgestrichene Preis steigt mit, sodass dein vermeintlicher 30 %-Rabatt in Wahrheit nur noch 5 % ist gegenüber dem 90-Tage-Mittel. Mit Pricafy prüfst du gratis und ohne Anmeldung die echte Preishistorie jedes AliExpress-Listings und siehst auf einen Blick, ob der aktuelle Einkaufspreis wirklich fair ist. Für FBA-Arbitrage ist das überlebenswichtig: Ein Einkaufspreissprung von nur 1,50 € pro Stück frisst bei 18 % Marge fast den gesamten Gewinn — und bei 200 Einheiten pro Reorder sind das 300 € echtes Geld. Der Tracker schützt dich vor Reorders, die auf einem Tagespreis kalkuliert wurden, der eigentlich ein Hochpunkt ist.
Beste Produktkategorien für FBA-Arbitrage
Nicht jede Kategorie eignet sich gleich gut. Wer auf Amazon mit AliExpress-Ware reüssieren will, meidet bestimmte Bereiche und konzentriert sich auf Produkte mit niedrigem Regulierungsaufwand und stabiler Nachfrage.
Empfehlenswerte Kategorien
- Küchen- und Haushaltsgadgets: Kein hoher CE-Aufwand bei rein mechanischen Produkten, gute Marge, niedrige Retourenquote. Stöbere für Inspiration unter Küchengadgets bei AliExpress.
- Hobby- und Bastelbedarf: Nische mit treuen Käufern, wenig Markenrechtsrisiken bei generischen Produkten.
- Auto- und Fahrradzubehör: Saisonale Schwankungen, aber gute Margen bei Nischen-Bestsellern.
- Hand- und Fußpflege-Tools (kein Strom): Klassische Konsumgüter, geringe Reklamationsquote.
- Smartphone-Zubehör (No-Name): Schwierig wegen Markenrechten — siehe Risiken. Nur generische Produkte ohne Apple/Samsung-Logos. Suchstart: Phone Accessories Wholesale.
- Sportartikel ohne Elektronik: Yogamatten, Resistance Bands, Schaumstoffrollen.
Kritisch oder zu vermeiden
- Elektronik mit Akku: Liefer- und Lagerverbote bei vielen Carriern, GPSR-Pflichten, EMV/RoHS-Nachweis.
- Spielzeug: Hoher Prüfaufwand (EN 71), Marktüberwachung sehr aktiv.
- Kosmetik: Eigene Verordnung (1223/2009), Notifizierung im CPNP, sichere-Person-Pflicht.
- Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel: Eigenes regulatorisches Universum.
- Markenwaren oder vermeintliche Schnäppchen-Brands: Praktisch immer Fälschungen — dazu mehr unter Risiken.
Wer mit Elektronik einsteigen will, schaut sich generische Kategorien an wie Cell Phones Accessories oder Electronics, aber nur No-Name-Ware, nicht Logo-Klone.
Risiken und wie du sie vermeidest
FBA-Arbitrage mit chinesischer Ware ist ein Geschäft mit echten Downside-Risiken. Diese drei sollten dir vor jedem Reorder bewusst sein.
Markenrechts- und IP-Verletzungen
Auf AliExpress findest du täglich Produkte mit Apple-, Nike-, Disney- oder LEGO-Anleihen. Wer solche Ware nach Deutschland importiert und auf Amazon listet, riskiert:
- Abmahnungen mit Streitwerten von 10.000–50.000 €
- Beschlagnahme durch den Zoll bei Verdacht auf Marken- oder Designrechtsverletzung
- Amazon-Kontosperrung durch IP-Beschwerden via Brand Registry
- Im Wiederholungsfall strafrechtliche Konsequenzen
Faustregel: Kein Logo, keine geschützte Form, keine geschützte Bezeichnung. Auch "kompatibel mit Marke X" ist ein juristisches Minenfeld. Lies unseren Fake-Erkennungs-Guide, um typische Fälschungs-Indikatoren zu erkennen — was als Konsument ärgerlich ist, ist als Importeur existenzbedrohend.
Zollkontrollen und Liquidität
Der Zoll prüft stichprobenartig, mit erhöhter Quote bei Sendungen aus China. Bei einer Kontrolle drohen:
- Verzögerung der Lieferung um 1–4 Wochen
- Nachforderungen bei zu niedrig deklariertem Warenwert (Underinvoicing ist keine kreative Idee, sondern Steuerhinterziehung)
- Komplette Beschlagnahme bei IP-Verdacht oder fehlender Konformität
Bestelle den ersten Container nicht ohne erfahrenen Spediteur oder Zollagenten. Erkläre dem Verkäufer klar, dass die Handelsrechnung den tatsächlichen Wert zeigen muss — keine "Customs declaration: 50 USD" auf einer 800-USD-Sendung.
Gewährleistung, Reklamationen und negative Reviews
Amazon-Käufer sind retourenfreudig. Bei FBA-Arbitrage hast du:
- Gewährleistung 2 Jahre nach BGB für Verbraucher — du, nicht der chinesische Hersteller
- Retourenquote häufig 5–15 %, in Bekleidung über 30 %
- Retournierte Ware ist oft "unsellable" und muss entsorgt oder zurückgeführt werden (kostet)
- Negative Reviews durch Qualitätsschwankungen können ein Listing dauerhaft beschädigen
Eine konsequente Stichprobenprüfung der ersten Sendung und ein Lieferant mit konstanter Qualität sind hier wichtiger als der billigste Stückpreis. Eine Übersicht zur Lieferantenbewertung findest du im Store Ratings Guide.
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Workflow vom Sourcing zum FBA-Versand
Wenn die Rahmenbedingungen geklärt sind, läuft jeder einzelne Reorder nach demselben Schema ab. Wer das standardisiert, vermeidet Fehler und kann später Mitarbeiter oder VAs mit dem Prozess betrauen.
1. Produktrecherche
Tools wie Helium 10 oder Jungle Scout liefern Amazon-Daten (Suchvolumen, Bestseller-Rang, Konkurrenz). Spiele alle Kandidaten gegen folgende Kriterien:
- BSR (Best Seller Rank) zwischen 5.000 und 50.000 in der Hauptkategorie
- Maximal 3 dominante Listings unter den Top 10
- Verkaufspreis 15–40 € (darunter zu wenig Marge, darüber höheres Retourenrisiko)
- Produkt nicht markengeschützt
- Maße FBA-tauglich (Standardgröße)
2. Lieferantensuche auf AliExpress
Filter setzen: 4,5+ Sterne, 200+ Bestellungen, Top-Brand oder Choice-Logo. Schreibe 3–5 Lieferanten direkt an und frage nach:
- Stückpreis bei 50 / 100 / 500 Einheiten
- Lieferzeit per Sea-Freight bzw. Air
- Möglichkeit für neutrale Verpackung (FBA verlangt FNSKU-Etikett)
- Konformitätserklärung CE / RoHS bei Elektronik
- Mustermöglichkeit, Versand nach DE
Eine vertiefte Methodik dazu im Großhandel-Bestell-Guide.
3. Mustertest
Bestelle von 2–3 Lieferanten je 1–3 Stück. Teste:
- Reale Maße und Gewicht (für FBA-Größenklasse entscheidend)
- Verarbeitung, Material, Funktion
- Verpackung (Originalverpackung tauglich für FBA?)
- CE-Kennzeichnung physisch vorhanden, wo erforderlich
4. Erstbestellung und Import
Empfehlung: Erste Bestellung 50–100 Einheiten, nicht 1.000. Lerngeld bei Fehlern bleibt überschaubar. Versand-Optionen:
- Express (DHL/FedEx): 5–10 Tage, 8–15 € pro kg, gut für Erstbestellungen
- Air Cargo: 10–15 Tage, 4–8 € pro kg, ab 50 kg Volumen
- Seefracht (LCL): 30–45 Tage, 1,50–3 € pro kg, ab 200 kg Volumen
Den Import wickelt entweder dein Lieferant über DAP (Delivered At Place) ab, oder du beauftragst einen deutschen Zollagenten, der die EUSt verauslagt und dir später in Rechnung stellt.
5. FBA-Vorbereitung und Einlagerung
Vor Versand ans Amazon-Lager brauchst du:
- FNSKU-Etiketten auf jedem Produkt (Amazon-eigener Code)
- Versandkartons mit Amazon-Versandetikett
- Mindesthaltbarkeit/Charge-Tracking je nach Kategorie
Amazon Seller Central erstellt die Versandlabels, du buchst Partnercarrier (oft günstiger als externe). Nach 2–7 Tagen ist die Ware bestandsverfügbar.
6. Launch und Skalierung
Erste 4–6 Wochen sind Honeymoon-Phase mit reduziertem PPC-Budget zur Sichtbarkeit. Bewertungen über das Amazon-Vine-Programm oder organisch sammeln. Danach Reorder einplanen — mit aktualisiertem Pricafy-Check des Einkaufspreises, damit die zweite Charge nicht plötzlich 12 % teurer wird als die erste.
Für die laufende Konkurrenzanalyse hilft auch der AliExpress Affiliate-Guide — wer das Seitenformat versteht, identifiziert Margenkiller schneller.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich für AliExpress-FBA-Arbitrage zwingend ein Gewerbe?
Ja. Sobald du regelmäßig mit Gewinnerzielungsabsicht handelst, brauchst du eine Gewerbeanmeldung. Die "Verkauf privat unter 22.000 €"-Argumentation greift nicht — Amazon verlangt für Pro-Seller-Konten ohnehin Gewerbenachweise. Ohne Gewerbe drohen Bußgelder vom Gewerbeamt und steuerliche Probleme.
Lohnt sich die Kleinunternehmerregelung nach § 22 UStG für FBA-Importe?
In der Regel nein. Als Kleinunternehmer kannst du keine Vorsteuer ziehen — die 19 % EUSt auf jeden Import bleiben definitiv hängen und fressen die Marge. Wer ernsthaft FBA betreibt, sollte mit dem Steuerberater die Regelbesteuerung wählen. Die Kleinunternehmerregelung passt eher zu Service-Geschäften ohne Wareneinkauf.
Was passiert, wenn der Zoll meine Sendung beschlagnahmt?
Bei IP-Verdacht (Markenfälschung) wird die Ware in der Regel zerstört, das Geld ist verloren. Bei Konformitätsmängeln kannst du teils nachbessern (Konformitätserklärung nachreichen, Etiketten anbringen). Bei zu niedrig deklariertem Wert erfolgt Nachverzollung plus Ordnungswidrigkeit. In allen Fällen empfiehlt sich ein Steuerberater oder Anwalt, bevor du weiter agierst.
Wie viel Startkapital brauche ich realistisch?
Für ein erstes Produkt: 2.000–5.000 €. Aufgeteilt etwa in 800–1.500 € Wareneinkauf, 200–500 € Logistik und Zoll, 300–500 € PPC-Budget für Launch, 200 € Etiketten und FBA-Vorbereitung, plus Puffer für Abschreibungen. Wer mit weniger startet, ist oft unterkapitalisiert für saubere PPC-Skalierung.
Kann ich AliExpress-Ware unter eigener Marke verkaufen (Private Label)?
Ja, das ist sogar der saubere Pfad. Lieferanten bieten oft OEM-Service: dein Logo auf Produkt und Verpackung. Ab 500–1.000 Einheiten realistisch. Mit eigener Marke (eingetragen über DPMA oder EUIPO) kommst du ins Amazon Brand Registry — das schützt vor Hijackern und ermöglicht erweiterte Marketing-Tools.
Ist Pricafy auch für die laufende Reorder-Kalkulation sinnvoll?
Ja, gerade dafür. Bei jedem Reorder vergleicht Pricafy den aktuellen AliExpress-Preis mit dem 90-Tage-Verlauf. Wenn du siehst, dass dein Lieferant innerhalb von zwei Monaten 8 % nach oben gegangen ist, kannst du verhandeln, den Lieferanten wechseln oder den Verkaufspreis anpassen — bevor die Marge weg ist. Für FBA-Reseller, die mit knappen Margen arbeiten, ist das eines der unterschätztesten Tools.
Was tun bei einer Abmahnung wegen Markenrechtsverletzung?
Sofort Anwalt für gewerblichen Rechtsschutz kontaktieren — keinesfalls die Unterlassungserklärung ohne juristische Prüfung unterschreiben. Listing pausieren, Restbestand nicht weiterverkaufen. Streitwerte 10.000–50.000 € sind realistisch, eine Rechtsschutzversicherung mit Gewerbe-Komponente macht hier Sinn.
Fazit: Realistisches Geschäftsmodell mit echten Pflichten
AliExpress-zu-Amazon-FBA-Arbitrage ist 2026 weiterhin ein funktionierendes Modell — aber nicht das passive Einkommen, das auf TikTok versprochen wird. Wer EORI, CE, EUSt, Produkthaftung und Markenrecht ernst nimmt, mit ordentlich gerechneten Margen einsteigt und die Lieferantenpreise dauerhaft im Blick behält, hat eine reelle Chance auf ein skalierbares Side-Business oder Hauptgeschäft.
Die häufigsten Stolperfallen sind nicht die exotischen Risiken, sondern die banalen: zu knapp kalkulierte Marge, übersehene Preiserhöhung beim Reorder, importierte Ware ohne CE-Konformität, ignorierte EUSt-Liquidität. Wer diese vier sauber im Griff hat, hat 80 % der Hausaufgaben gemacht.
Für die laufende Preiskontrolle nutze Pricafy bei jedem Reorder, prüfe Lieferanten ehrlich gegen den Store-Ratings-Guide und konsultiere für deine konkrete Steuersituation einen Steuerberater. Ein guter Start ist mehr wert als ein schneller — die Reorder-Profite kommen dann fast von allein.
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